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Was ist REM-Schlaf – Bedeutung, Dauer und Funktionen erklärt

Jack Carter • 2026-04-10 • Gepruft von Hannah Fischer

Was ist REM-Schlaf? Die wichtigste Schlafphase erklärt

Der Schlaf besteht aus mehreren Phasen, die sich in regelmäßigen Zyklen wiederholen. Eine der faszinierendsten ist der REM-Schlaf – benannt nach den raschen Augenbewegungen, die ihn kennzeichnen. In dieser Phase ist das Gehirn nahezu so aktiv wie im Wachzustand, während der Körper gleichzeitig gelähmt ist. Forscher bezeichnen ihn deshalb auch als paradoxen Schlaf.

Seine Entdeckung im Jahr 1953 durch Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitman markierte einen Meilenstein in der Schlafforschung. Die Wissenschaftler beobachteten die charakteristischen schnellen Augenbewegungen und erkannten, dass diese Phase eng mit dem Träumen verknüpft ist.

Der REM-Schlaf macht etwa 20 bis 25 Prozent der nächtlichen Schlafzeit aus. Bei einem erwachsenen Menschen entspricht das ungefähr zwei Stunden pro Nacht, verteilt auf mehrere Episoden.

Was ist REM-Schlaf?

REM steht für „Rapid Eye Movement” – zu Deutsch „rasche Augenbewegung”. Unter geschlossenen Lidern vollführen die Augen in dieser Phase schnelle, ruckartige Bewegungen. Parallel dazu zeigt das Elektroenzephalogramm (EEG) ein Muster aus Thetawellen mit 4 bis 8 Hertz sowie langsamen Alphawellen.

Das Besondere: Obwohl der Körper tief schläft, arbeitet das Gehirn auf Hochtouren. Die Aktivität ähnelt der im Wachzustand. Diese Kombination aus hoher Hirnaktivität und körperlicher Bewegungslosigkeit gab dem REM-Schlaf den Namen „paradoxer Schlaf”.

Charakteristische Merkmale im Überblick

👁️
Augenbewegungen
Schnell und ruckartig, messbar per Elektrookulogramm in der Polysomnographie.
🧠
Gehirnaktivität
Hoch, ähnlich dem Wachzustand, mit Verarbeitung von Eindrücken und Emotionen.
💪
Muskeltonus
Vollständige Atonie der Skelettmuskulatur verhindert Bewegungen während des Träumens.
💭
Träume
Intensive, oft bizarre Träume in dieser Traumphase.

Wichtige Fakten zum REM-Schlaf

  • Erstmals beschrieben wurde der REM-Schlaf 1953 von den amerikanischen Forschern Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitman.
  • Der Anteil am Gesamtschlaf beträgt etwa 20 bis 25 Prozent.
  • Die erste REM-Phase tritt nach etwa 90 Minuten ein.
  • Gegen Morgen werden die REM-Phasen zunehmend länger.
  • Neugeborene verbringen bis zu 50 Prozent ihrer Schlafzeit in REM.
Aspekt Details
Anteil am Schlaf 20–25 %
Erste Phase Nach etwa 90 Minuten
Hauptmerkmal Rapid Eye Movement
Gehirnwellen Theta-Wellen (4–8 Hz), langsame Alphawellen
Zykluslänge 70–110 Minuten
Träume pro Nacht Mehrere Episoden

Wie lange dauert der REM-Schlaf und wann tritt er ein?

Ein vollständiger Schlafzyklus dauert zwischen 70 und 110 Minuten. Er beginnt mit den Non-REM-Phasen und endet jeweils mit einer REM-Phase. Die Abfolge lautet: Einschlafphase (N1), Leichter Schlaf (N2), Tiefschlaf (N3) und schließlich der REM-Schlaf.

Die erste REM-Phase tritt nach ungefähr 90 Minuten ein, wobei eine Schwankungsbreite von plus/minus 30 Minuten besteht. Fachleute bezeichnen diesen Zeitraum als REM-Latenz. Im Laufe der Nacht wiederholt sich der Zyklus vier- bis sechsmal.

Verteilung über die Nacht

Zu Beginn der Nacht sind die REM-Phasen noch relativ kurz und dauern etwa 20 Minuten. Im weiteren Verlauf verlängern sie sich zunehmend. In den frühen Morgenstunden kann eine einzelne REM-Phase bis zu einer Stunde andauern.

Bei einem Erwachsenen summiert sich die gesamte REM-Zeit auf etwa zwei Stunden pro Nacht. Dies entspricht dem bereits genannten Anteil von 20 bis 25 Prozent der Gesamtschlafzeit.

Erwachsene benötigen diese Menge für eine vollständige Regeneration. Schlafen ohne REM-Phasen ist zwar theoretisch möglich, führt jedoch zu unvollständiger Erholung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Körper ohne ausreichende REM-Zeiten Einschränkungen bei Gedächtnis und Lernen hinnehmen muss.

Schlafhygiene für ausreichend REM

Wer regelmäßig sieben bis neun Stunden schläft, ermöglicht dem Körper die vollständigen Schlafzyklen inklusive ausreichend REM-Phasen. Unterbrechungen verkürzen insbesondere die Morgenphasen, in denen der REM-Anteil am höchsten ist.

Wann beginnt der REM-Schlaf?

Der REM-Schlaf tritt ein, nachdem der Körper den Tiefschlaf (N3) durchlaufen hat und in den Leichtschlaf (N2) zurückkehrt. Ein verkürzter Übergang – also eine REM-Latenz von weniger als 90 Minuten – kann auf bestimmte Bedingungen hindeuten.

Sleep Onset REM, kurz SOREM, beschreibt dieses Phänomen. Es tritt bei Menschen mit Depressionen oder der Schlafstörung Narkolepsie gehäuft auf.

Warum ist REM-Schlaf wichtig?

Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte hat zahlreiche Funktionen des REM-Schlafs aufgedeckt. Das Gehirn nutzt diese Phase, um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Eindrücke werden sortiert, Emotionen verarbeitet und Erinnerungen gefestigt.

Die Verknüpfung von Informationen spielt eine zentrale Rolle. Was am Tag gelernt wurde, wird während des REM-Schlafs in bestehendes Wissen eingebettet. Deshalb gilt ausreichend Schlaf nach dem Lernen als besonders wichtig.

Funktionen für das Gehirn

  • Gedächtnisbildung und Konsolidierung von Lerninhalten
  • Verarbeitung täglicher Erlebnisse und Emotionen
  • Emotionale Stabilisierung und Stressabbau
  • Kreatives Problemlösen durch ungewöhnliche Verknüpfungen
  • Erholung von den Eindrücken des Wachzustands

Die paradoxe Situation – ein aktives Gehirn in einem gelähmten Körper – schützt vor Verletzungen. Ohne die Muskellähmung könnten Träumende ihre Trauminhalte körperlich ausagieren.

Leistungsfähigkeit und Regeneration

Studien belegen, dass ausreichend REM-Schlaf die kognitive Leistungsfähigkeit erhält. Schlafmangel, der vor allem die REM-Phase verkürzt, führt zu Beeinträchtigungen bei Gedächtnis, Lernen und emotionaler Regulation.

REM-Schlaf bei Babys

Bei Neugeborenen nimmt der REM-Schlaf einen ungewöhnlich großen Anteil ein. Wissenschaftliche Beobachtungen zeigen, dass Säuglinge bis zu 50 Prozent ihrer Schlafzeit in dieser Phase verbringen. Fachleute vermuten, dass der „Traumschlaf” in dieser Lebensphase der Gehirnentwicklung dient.

Mit zunehmendem Alter sinkt der REM-Anteil. Bei Erwachsenen stabilisiert er sich dann bei den genannten 20 bis 25 Prozent.

Unterschied zwischen REM- und Non-REM-Schlaf

Der Schlaf unterteilt sich in zwei grundlegend verschiedene Zustände: REM- und Non-REM-Schlaf. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben und unterscheiden sich deutlich in ihren physiologischen Merkmalen.

Im Non-REM-Schlaf, besonders in der Tiefschlafphase N3, dominieren langsame, synchronisierte Gehirnwellen. Der Körper entspannt sich, Muskeln und Gehirn erholen sich. Die Träume sind in diesen Phasen selten und weniger intensiv.

Im Gegensatz dazu zeigt der REM-Schlaf eine wachähnliche Aktivität. Das Gehirn ist hellwach, der Körper jedoch gelähmt. Hier finden die leuchtendsten und einprägsamsten Träume statt.

Merkmal REM-Schlaf Non-REM-Schlaf (Tiefschlaf)
Gehirnaktivität Hoch, wachähnlich Niedrig, synchronisiert
Muskeltonus Vollständige Lähmung Erhalten
Träume Intensiv, bizarr Selten, fragmentiert
Position im Zyklus Am Zyklusende Frühe Phasen (N1–N3)
Funktion Gedächtnis, Emotionen Körperliche Erholung

Träume und Störungen im REM-Schlaf

Der REM-Schlaf gilt als die Haustraumphase. Die Träume fallen hier besonders lebhaft und oft bizarr aus. Wer in dieser Phase aufwacht, erinnert sich häufig noch detailliert an die Trauminhalte.

Nicht alle Träume finden ausschließlich im REM-Schlaf statt. Auch in Non-REM-Phasen kann es zu Traumaktivität kommen, diese ist jedoch weniger intensiv und wird seltener erinnert.

Störungen und Symptome

Verschiedene Erkrankungen betreffen den REM-Schlaf direkt. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung beschreibt einen Zustand, bei dem die natürliche Muskellähmung ausbleibt. Betroffene führen ihre Träume körperlich aus – sie schlagen, treten oder springen. Hier ist eine Erklärung, was REM-Schlaf ist: Was ist REM-Schlaf.

Diese Störung kann zu Verletzungen führen, sowohl bei den Betroffenen selbst als auch bei Partnern. Eine polysonographische Untersuchung im Schlaflabor kann Klarheit bringen.

Die sogenannte REM-Paralyse beschreibt ein unangenehmes Gefühl der Lähmung beim Aufwachen aus dem REM-Schlaf. Betroffene können sich für kurze Zeit nicht bewegen, obwohl sie bereits wach sind.

Ärztliche Abklärung empfohlen

Wer regelmäßig unter gestörtem REM-Schlaf leidet, unter Träumen leidet oder Verletzungen im Schlaf erleidet, sollte einen Facharzt konsultieren. Die Polysomnographie im Schlaflabor ermöglicht eine genaue Diagnose.

Folgen von Schlafmangel

Schlafmangel beeinträchtigt die Gedächtnisbildung und das Lernen erheblich. Betroffene klagen über Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme. Langfristig kann chronischer Schlafmangel auch die emotionale Stabilität beeinflussen.

Der Schlafzyklus im Zeitverlauf

Die Nacht besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Schlafzyklen. Jeder dauert etwa 70 bis 110 Minuten und folgt einem bestimmten Muster.

  1. Einschlafphase (N1): Der Übergang vom Wachzustand zum Schlaf dauert wenige Minuten.
  2. Leichter Schlaf (N2): Die Körpertemperatur sinkt, Herzfrequenz verlangsamt sich.
  3. Tiefschlaf (N3): Die Erholungsphase mit minimaler Gehirnaktivität.
  4. REM-Schlaf: Nach dem Tiefschlaf setzt die erste Traumphase ein.
  5. Zykluswiederholung: Der Vorgang wiederholt sich vier- bis sechsmal pro Nacht.
  6. Verlängerung der REM-Phasen: Gegen Morgen nehmen Traumphasen an Dauer zu.

Gesichertes Wissen und offene Fragen

Die Schlafforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten viel über den REM-Schlaf herausgefunden. Dennoch bleiben einige Fragen offen.

Gesicherte Erkenntnisse Offene Fragen
REM macht 20–25 % des Schlafs aus Welche exakte Rolle spielen Träume?
Wichtige Funktion für Gedächtnis Warum sind manche Träume bizarr?
Muskelatonie schützt vor Verletzungen Welche Mechanismen steuern Trauminhalte?
Erste Phase nach 90 Minuten Zusammenhang mit kreativen Prozessen?

Die biologische Bedeutung des Schlafes

Schlaf ist keine passive Ruhephase, sondern ein aktiver biologischer Prozess. Der Körper nutzt die Zeit zur Regeneration, das Gehirn zur Verarbeitung und Sortierung von Informationen.

Säugetiere und Vögel zeigen ähnliche Schlafmuster mit ausgeprägtem REM-Schlaf. Bei Reptilien und Fischen ist diese Phase weniger oder gar nicht vorhanden. Dies deutet auf eine entwicklungsgeschichtlich junge Anpassung hin.

Die Evolution hat den REM-Schlaf beibehalten, obwohl die Lähmung in der Wildnis riskant erscheint. Dies unterstreicht seine Bedeutung für das Überleben und die Fitness.

Quellen und Forschung

„Die Entdeckung des REM-Schlafs 1953 durch Aserinsky und Kleitman revolutionierte unser Verständnis von Schlaf und Träumen.”

– Grundlagen der Schlafforschung

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) betont die Bedeutung regelmäßiger Schlafzeiten für die Gesundheit. Polysomnographische Studien ermöglichen die genaue Messung von Schlafphasen und deren Störungen.

Internationale Forschung, unter anderem an Universitätskliniken, untersucht fortlaufend die Mechanismen des Schlafs. Die DGSM bietet Informationen zu Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen.

Zusammenfassung

Der REM-Schlaf ist eine lebenswichtige Schlafphase, die etwa 20 bis 25 Prozent der Nacht ausmacht. Er zeichnet sich durch rasante Augenbewegungen, hohe Gehirnaktivität und vollständige Muskelerschlaffung aus. In dieser Phase verarbeitet das Gehirn Erlebnisse, festigt Erinnerungen und ermöglicht intensive Träume.

Die erste REM-Phase tritt nach etwa 90 Minuten ein, gefolgt von weiteren Zyklen, die gegen Morgen länger werden. Störungen des REM-Schlafs können weitreichende Folgen für Gedächtnis, Lernen und emotionales Wohlbefinden haben. Bei anhaltenden Problemen empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung im Schlaflabor. Weitere Informationen zu verwandten Themen finden Sie in unserem Artikel zu Wetterfühligkeit Symptome.

Häufige Fragen zum REM-Schlaf

Träumt man nur im REM-Schlaf?

Nein, Träume können in jeder Schlafphase auftreten. Allerdings sind die Träume im REM-Schlaf am intensivsten und werden am häufigsten erinnert. Non-REM-Träume sind meist kürzer und weniger lebhaft.

Was passiert bei Schlafmangel mit dem REM-Schlaf?

Bei Schlafmangel versucht der Körper, den REM-Rückstand aufzuholen. Sogenannter REM-Druck entsteht – die erste Gelegenheit zum Schlafen führt sofort zu verstärktem REM-Schlaf.

Warum sind Neugeborene so viel im REM-Schlaf?

Säuglinge verbringen bis zu 50 Prozent ihrer Schlafzeit in REM. Die Wissenschaft vermutet, dass diese Phase der intensiven Gehirnentwicklung dient, die in den ersten Lebensmonaten stattfindet.

Was ist eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung?

Dabei bleibt die natürliche Muskellähmung im REM-Schlaf aus. Betroffene führen ihre Träume körperlich aus, was zu Verletzungen führen kann. Die Störung erfordert ärztliche Behandlung.

Wie beeinflusst Alkohol den REM-Schlaf?

Alkohol unterdrückt den REM-Schlaf, besonders in der ersten Nachthälfte. Nach dem Abbau des Alkohols kann es zu einem REM-„Rebound” mit verstärkten Träumen kommen.

Kann man den REM-Schlaf messen?

Ja, die Polysomnographie im Schlaflabor erfasst mittels Elektroenzephalogramm (EEG), Elektrookulogramm (EOG) und Elektromyogramm (EMG) alle Schlafphasen einschließlich REM präzise.

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